Dass die GWÖ Eigentum nicht als Heiligtum, sondern als Mittel zur Erfüllung der Menschenwürde und eines guten Lebens für alle betrachtet, trifft den wundesten Punkt der gegenwärtigen Besitzstandwahrer.

 

 

DISKUSSIONSAUSSCHNITTE  -  FELBER-ANTWORTEN:

Die gesamte Diskussion kann nachgelesen werden auf: http://derstandard.at/1395364626553/Vollgeld-Brauchen-wir-ein-neues-Bankensystem

 

Damit die Politik eben *keinen* Einfluss auf die Geldschöpfung und

Geldmenge hat (*anders als heute wo Herr Draghi mit einem Satz unbegrenzt Geld schöpft*) ist die Zentralbank als wirklich unabhängige "Monetative" angedacht - in jeder Variante vollkommen unabhängig von der Politik.

 

Geldschöpfungsgewinn: Der ergibt sich aus der Möglichkeit der Banken, die Geldmenge zu erhöhen und dank der Girokonten Kredite günstiger zu refinanzieren. Die "Zinsseignorage" der

Geschäftsbanken ergibt sich - im Unterschied zur "originären Seignorage" der Zentralbank aus der Differenz zwischen Girokontozinsen und Geldmarktzinsen

 

Auch die Ökonomie ist eine lernfähige Wissenschaft, die neue Begriffe integriert: Nach Berechnungen von Joseph Huber macht die Zinsseignorage dank Geldschöpfung rund ein Fünftel des Gewinns des Bankensektors aus. Darum geht es hier. Auf der Seite der Allgemeinheit geht es um einige wertvolle Prozente des BIP.

 

"Geld als öffentliches Gut" bedeutet, dass Buchgeld genauso wenig verzinst wird wie Bargeld, wenn es einfach nur im "Besitz" des Publikums ist - auf Geldkonten, wo es für den Zahlungsverkehr bereit liegt, aber keinen Zins- und Anlagedruck auf die Wirtschaft ausübt.

 

Es ist eben nicht dasselbe, und genau deshalb der Vollgeld-

Vorschlag: Da kann nur Geld verliehen werden (Spar*an*lagen), das zuvor angespart wird. Die Geldmenge wächst *nicht*, im Unterschied  zur gegenwärtigen Kreditgeldschöpfung. Auch im Vollgeld

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Regime gibt es Fristentransformation: mit Sparanlagen, Interbankenmarkt und Zentralbank, der Unterschied ist das Geld, nicht der Kredit. Im Vollgeld-Regime halten Banken *gar keine* Reserven, weil alles  Geld Reserve ist (Zentralbankgeld).

Der ausgegebenen Buchgeldmenge der Zentralbank steht *nach

der Umstellung auf Vollgeld* noch nichts auf der Aktivseite der

Zentralbankbilanz gegenüber. Genau hier würde ein Kredit an die Allgemeinheit - den Staatshaushalt - als einmalige "Umstellungsseignorage" oder Umstellungsgewinn fließen, in der erstaundlichen Größenordnung der gegenwärtigen Giralgeldmenge (80% der Staatsschuld). Nur wenn das Buchgeld *zurückgezahlt*, also die Geldmenge schrumpfen würde, müsste der Staat auch seine Schulden bei der Zentralbank tilgen. Das ist aber nicht  wahrscheindlich, solange die Wirtschaft nicht schrumpft. Und auch wenn sie schrumpft, nur im %-Ausmaß der Schrumpfung