Start | |||
gw/ Beitrags-Chronologie | |||
![]() |
|||
//H :
Was mich am Montag sehr gefreut hat, war, dass über 60000 Menschen in Chemnitz waren, um zu zeigen, die große Mehrheit der Menschen in Chemnitz sind demokratisch, die große Mehrheit der Menschen in Chemnitz sind human, die große Mehrheit der Menschen in Chemnitz stellen sich den Rechtsradikalen entgegen. Umso entsetzlicher sind die Reaktionen des sächsischen Ministerpräsidenten, der immer noch nicht verstanden hat, wo die Probleme liegen, auch die Bundesregierung hat in Teilen nicht verstanden, wo die Probleme liegen. Was es jetzt gilt, ist, den Kampf gegen die Rechtsradikalen wirklich aufzunehmen. Dazu muss man dafür sorgen, dass die Sicherheitsorgane wirklich in ihrer Gesamtheit (weite Teile der Sicherheitsorgane funktionieren), aber in ihrer Gesamtheit funktionieren, man muss dafür sorgen, dass rechtzeitige Präventionsarbeit stattfindet und man muss dafür sorgen, dass CDU und CSU sich nicht in kleinlichen Streits verlieren und am Ende damit nur den Rechtsradikalen nützen, sondern die Probleme wirklich angehen. (???!!!) Und die Probleme wirklich angehen heißt: genug Geld für Prävention, klassisch die Probleme anzugehen, heißt, gute Politik zu machen, ausreichend Wohnungsbau, ausreichend dafür zu sorgen, dass die Mieten nicht weiter explodieren, und dafür zu sorgen, dass sowas wie in Sachsen nie wieder passiert (???!!!), dass Polizei und Inlandsgeheimdienst nicht mehr zu solchen Fehleinschätzungen kommen, dass wenn Rechtsradikale aufmarschieren, die Polizei da ist und das schlichtweg verhindert, nämlich: Rechtsradikale brauchen harte Gesetze und klare Polizeimaßnahmen, und dann wird man mit denen auch locker fertig. Was sie nicht brauchen, sind Ministerpräsidenten, die nicht in der Lage sind, die Probleme anzuerkennen und zu bekämpfen. G-E: ![]() Probleme wegzureden, ist hochgefährlich. Wir hatten das in Deutschland schon einmal, dass andere Schuld waren. Damals waren´s die Juden, damals waren´s die Kommunisten, damals waren´s die Homosexuellen. Jetzt haben wir einen Innenminister, der wieder findet, andere wären Schuld, statt selbst Verantwortung zu übernehmen. Ich kann nur sagen: Die Mutter aller Probleme sind in dieser Frage, Ignoranz, Rassismus und Spalterei. Und Problem ist, dass der Bundesinnenminister, der die Probleme nicht erkennen und nicht beaarbeiten will, und ein Ministerpräsident, der sie ignoriert und wegredet. Wenn das passiert, leben wir in Deutschland in einer wirklich gefährlichen Zeit und dann leben wir an einem Kipppunkt. Und deswegen sage ich an die Adresse des Bundesinnenministers, des Bundesheimatministers: Das geht nicht. Probleme müssen erkannt und angepackt werden. Es geht darum, dass dieses Land zusammenbleibt, dass die Spalterei aufhört und dass das Abschieben realer Probleme auf diejenigen, die sich am wenigsten wehren können, aufhört: das sind die Migrantinnen und Migranten, das ist absurd. Das hat mit Chemnitz nichts zu tun und das hat mit der Lebensrealität in unserem Land auch nichts zu tun und deswegen, Herr Seehofer, besinnen Sie sich, und zwar sehr schnell, denn es ist Ihre Aufgabe, Verantwortung zu übernehmen. |
|||
7.9.2018 gw/ off. Brief an Frau GÖRING-ECKARDT & Herrn HOFREITER | |||
Von: Selbst <gabrieleweis@web.de> An: anton.hofreiter@bundestag.de Betreff: Interview von 6.9. |
Von: Selbst <gabrieleweis@web.de> An: katrin.goering-eckardt@bundestag.de Betreff: Ihr Interview am 6.9.2018 - tagesschau |
||
Sehr geehrter Herr Hofreiter,
anlässlich
des gestern (6.9.) ausgestrahlten Interviews mit Ihnen und Frau
Göring-Eckart, möchte auch Sie um ein neues Nachdenken bitten:
Was macht intellektuell redliche Äußerungen aus ? Schauen Sie sich Ihre Worte und die Denkweise, die aus Ihnen spricht einmal daraufhin an: Sie arbeiten mit Folgerungen die diesen Namen nicht verdienen... Und mit erschreckend Auftretenden und Handelnden wollen sie ´fertig werden´ - und das als Grüner, als Demokrat, dem die menschliche Würde auch seiner Gegner als ´unantastbar´ gilt ??? Bitte, bitte, gehen Sie auch den Umgang mit ausgewiesenen und gewaltbereiten Nichtdemokraten mit anderem Respekt und auf Gedeihlichkeit bedacht an ! Diese wie ihre Antipoden auf der extremen Linken fallen nicht vom Himmel... Sie sind u n s e r a l l e r Spiegel ! Im übrigen gilt das, was ich heute Nacht an Frau Göring-Eckart geschrieben habe - Sie finden beide offenen Briefe auf meiner Website dokumentiert: http://buergerbeteiligung-neu-etablieren.de//POLITISCHES/M/offBrief%20an%20goering-eckart-chemnitz.html (vgl etwa auch: http://buergerbeteiligung-neu-etablieren.de//POLITISCHES/M/no-hype.html) Beste Grüße Gabriele Weis |
Sehr geehrte Frau Göring-Eckardt,
anlässlich
des gestern (6.9.) ausgestrahlten Interviews mit Ihnen und Herrn
Hofreiter, möchte ich Sie im Besonderen, aber mit Ihnen im Grunde
sämtliche Polit-Akteur/innen, dringend bitten, einmal ernsthaft über
Folgendes nachzudenken:
Wie viel
t r ä g t wohl die von Ihnen allen tagtäglich gepflegte Praxis
b e i zu eben jenen Spaltungsprozessen, die Sie CDU/CSU wie
´den Rechten´... so reichlich zum Vorwurf machen... ?! ---
--- die Praxis der mehr oder minder ´zutiefst´ verurteilenden Anprangerung der Haltungen von Menschen und Gruppierungen ... , die anderes wollen und anders agieren, als (in Ihren Augen und darüber hinaus) wünschenswert und akzeptabel...
Hören Sie
sich einmal wirklich selbst zu - und lassen Sie den Schauder zu, der
für möglicherweise nicht wenige von solchen Statements ausgeht ...
Wenn alle
so agieren - und sie tun das leider zunehmend - kann die
Wechselwirkung nur allseitige Verrohung sein...
...
entsprechend war ja auch auf Seiten der ~60000 ´Wir sind mehr´-
GEGEN-Demonstranten bzw der Liedtexte, die dort massenhaft
mit-skandiert wurden, reichlich Entsetzliches zu hören und zu sehen
...
Wo Sie,
Frau Göring-Eckardt, ja auch der Bundespräsident (!), in der jeweils
geäußerten Weise ´Haltung´ und ´Zusammenstehen´ ´gegen´ & ´für´
im Sinne eines ´Wir-sind-mehr´ einfordern (auch Sie arbeiten dabei ja mit Ängsten und dem Pranger
), da entgleist Verhalten ... !
... wie
umgekehrt auf Seiten derer, die mit mehr oder minder rechter
Grobschlächtigkeit und lautstarkem bis gewalttätigen
Einschüchterunggebaren auf Fremden-Angst & Elitenhass setzen, um
unser System ins bewusst Undemokratische zu kippen ... !
Mir graust
wie Ihnen vor dem, was da und in welchen Formen von rechts außen auf
die Straße getragen wird.
Mir graust
aber gleichzeitig nicht wenig, wenn ich die wachsende Bereitschaft
zum rundum unangemessenen und restlos unfruchtbaren Hype sehe:
Die
Hamburger Ereignisse etwa hatten eine extrem zerstörerisch
ausgerichtete Qualität.
Die
aktuellen Chemnitzer Ereignisse haben auch nicht entfernt
Vergleichbares gezeitigt !
Im Umgang
mit Beidem stellen sich nun überdimensional viele nahezu auf dem
Kopf!
Wahrnehmungs-Verschrägungen ohne Ende !
Verhalten
entsteht aus Wechselwirkungen, die sich situationsbedingt
hochzuschaukeln pflegen...
Also ist
es geboten, nicht den bösen anderen, sondern sich selbst ins Auge zu
fassen:
Wenn
Menschen sich in Rassismen und Faschismen, sowie einfache bis
mafiose Kriminalität etwa versteigen, tun sie das doch nicht - und
sogar in zunehmend beängstigendem Maße - ohne dass der andere
Gesellschaftteil, der Vergleichbares unbedingt vermieden sehen
möchte, daran seinen nicht eben geringen Anteil hätte ...! !
Da fällt
doch nichts einfach vom Himmel !
Es hat mit
uns allen zu tun, wie groß und skrupellos die Gruppen jener
mittlerweile geworden sind, die sich rechts wie links außen wenig
Besseres mehr vorstellen können für ihr Leben und ihre soziale
Position, als dreinzuschlagen - in Hamburg vor Monaten noch weit
weit anders als jetzt in Chemnitz !!!
Von allein
ist niemand so - und auch nicht, weil da auch ein paar geschickte
Organisatoren am Werk wären !! Wo Menschen-Seelen sich nicht
verloren fühlen, kann kein noch so cleverer Organisator etwas
ausrichten...
Ich möchte
einmal erleben, dass sich Politiker/innen vor die Kameras stellen,
die von nichts anderem reden als ihren eigenen ganz konkreten
Versäumnissen dort, wo sie für gedeihliche(re) Regelungen zu sorgen
gehabt hätten ...
Ich möchte
einmal erleben, dass Politiker/innen dieses Landes eingestehen, dass
sie keine allseits als gut empfindbare Lösung wissen für Problem
X,Y,Z...
Ich möchte
endlich erleben, dass Politiker/innen dieses Landes Menschen fragen,
wofür sie sich andere Regelungen wünschen als jene, die bis dahin
politisch ausgehandelt wurden - das Internet böte dazu doch
wunderbare Möglichkeiten, die man endlich einmal nicht nur pro forma
einsetzen könnte ... ! ! !
Sie alle
- und nicht nur Herr Seehofer & Co - versteigen sich seit 2015
zunehmend in nahezu ein einziges Thema : ´Flüchtlinge´!
Und Sie
tun es - in Varianten - im Abwehrmodus - ganz Europa tut es
im Abwehrmodus...
Und da das
am eigenen werte-missionarischen Selbstverständnis kratzt, tut man
es mit wechselseitigen Vorwürfen bezüglich der Rigitätsunterschiede
zwischen den europäischen Staaten...wie innerhalb des eigenen Landes
...
Die
Diskussion über dieses Alibi-Verhalten ersetzt auf allen Seiten den
ebenso nüchternen wie selbstbewussten Blick darauf, welche Probleme
mit den hier Aufgeschlagenen man in die Welt schiebt, w e n n
man sie zu v e r w a l t e n trachtet, wie
das seit 3 Jahren immer noch geschieht:
Das betrifft bürokratische Monstrositäten, es betrifft vor allem die Unterbringung, die Art, wie Kompetenzerwerb angeboten & zugelassen wird ...
Die
darüber geschaffenen Lebens-Umstände für die hier Gelandeten würde
in jeder Menschengruppe dieser Welt Agressionen erzeugen - der
Kriminalität, die man so evoziert, kann man ängstigende Wirkungen
niemals nehmen, solange man mit ihr nicht klar und wirksam umgeht.
Das aber
war nie klares und beherzt geregeltes Thema !
Und erst
recht hatte und hat offenar kaum jemand die Anziehungskraft der seit
Jahren ausgeblendeten Clan-Kriminalität für außer Tritt geratene
Menschen im Blick !
Schließlich bildet nicht zuletzt sie offenbar den bis heute so gut
wie nicht thematisierten Tathintergrund des Chemnitzer Mordes vom 1.
auf den 2.9..
Was die
Weltlage, an der D keineswegs unbeteiligt ist (!!!), zu uns an
Menschenelend herüberschwappen lässt, sollte uns demütige Akzeptanz
abverlangen, statt jenes arroganten Gesetzes-Fetischismus, mit dem
wir die nun einmal hier Gelandeten zu kategorisieren trachten:
Das
Asylrecht passt längst nicht mehr zu den Menschenquälereien, wie sie
die Kontexte unserer modernen Weltordnung kennzeichnen. ..
Also: wer
nun einmal hier ist und sichtlich entschlossen und auf dem Weg, hier
seine neuen Lebensgrundlagen zu finden, für den sollte es keine
Hürden geben hierzubleiben.
Das wird
auch für alle zu gelten haben, die es in Zukunft schaffen, deutschen
Boden zu erreichen.
Abgesehen davon wäre endlich ein weltweit durchsichtiges Einwanderungsrecht zu etablieren - neben einer völlig anders als bisher betriebenen Handels- & ´Entwicklungs´-Politik gegenüber dem Vorderen Orient und Afrika...
Überlegen
Sie einmal, wieviel Zeit Sie täglich für Alibi-Diskussionen über die
Klassifizierung und Abschiebepraxis von Flüchtlingen vergeuden,
statt endlich wirklich Grundlegendes bezüglich der aus dem Ruder
gelaufenen Einkommensordnung hierzulande zu entwickeln und in den
Horizont der Menschen zu rücken -
niemand hätte dann mehr Anlass,
Migranten staatliche Unterstützungsgelder zu neiden ...
usf. ... !
Ein
Rechtsstaats-Konzept, dessen Instrumente sich dem Phänomen
traditioneller wie neuer organisierter Kriminalität gegenüber als
stumpf erweisen, gehört konsequent so angepasst, dass da keine
Spielräume mehr einfach offenstehen, wie seit Jahrzehnten offenbar
zunehmend!
Menschenjagd vollzieht sich hierzulande weit mehr als durch
Rechtsradikale in den Kontexten ausufernder Clan-Kriminalität !
Auch hier
gilt es grundlegend neu Anzumessendes endlich wirksam zu erarbeiten und umzusetzen !
AlleWelt
versteigt sich heute von Tag zu Tag mehr ins Herbeireden von
Beängstigendem, von Abzulehnendem:
- reden
wir von hier Gestrandeten aus aller Welt so, wie w i r von ihnen
reden möchten - ohne Abqualifizierungen derer, die anders von ihnen
reden ...
- reden
wir von Regelungen, die wir möchten, s o , dass quasi von selbst
einleuchtet, wie gut unsere Ideen dabei bereits sind, und wo so Raum für noch uneingelöste Abklärungen entsteht ..
.
- hören
wir auf, in Kampfkategorien zu denken und ständig zuerst und zuletzt
vom Kämpfen und Bekämpfen zu reden und dies als unsere
Hauptaufgabe zu signalisieren !!!
...Und uns dann zu wundern, wenn uns Kämpfer ganz anderer Qualität als wir selbst entgegenkommen...
Pardon,
dass ich Ihre Aufmerksamkeit so ausführlich in Anspruch nehme, sofern
meine Mail Sie überhaupt erreicht und beschäftigt:
Ich kann
die tagtägliche Abqualifiziererei aller gegenüber allen samt der
damit verbundenen Forcierung all dessen, was man ja gar nicht haben möchte, kaum mehr
ertragen ... und wünsche mir ein kräftiges Stück selbstkritische
Nachdenklichkeit in diesem Bereich der politischen Kultur dieses
Landes...
Merci und
beste Grüße
Gabriele
Weis
|
||