GW/  WEIHNACHTEN 2001

 

 

 

 

Haben wir sie je gänzlich unmittelbar genug auch auf uns selbst bezogen,

die johanneische Rede vom Fleisch gewordenen Wort?

 

 

Was aber wären wir 

- wäre alles, was zu zeitweiliger Gestalt sich verdichtet -

  anderes als Äußerung!

  - die geäußerte Sprache jenes Alles und Nichts,

das ebenso sehr in allem wohnt wie ihm gegenüber (in und außer aller Zeit) –

 

 

 Wir alle, die wir uns unsererseits wortmächtig auf dieser Erde bewegen

und oft und oft unsere Wortmacht aufs Kampfgeschrei beschränken,

sind schließlich nicht weniger Fleisch gewordenes Wort ...  

  

 ... und  nicht mehr als jenes Kind des christlichen Weihnachtsgeheimnisses,

dessen umfassende Entäußerungskraft

uns wie nichts sonst darüber belehrt, was uns lebendig macht...

 

 

 Wir kommen und gehen

als Anrede,

Anruf,

Antwort,

wohnen und agieren untereinander einander als solche,

begreifen uns selbst und einander aber nur,

wenn wir als Entäußerung geben und annehmen, was wir aneinander richten...

 

 

...in all unseren Kapazitäten wurzelnd

zuerst und zuletzt

im Tastsinn wie in der Gestaltungs- und Ausdruckskraft

unserer Entäußerung übenden Hände...