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--- gw/  philosophische GEBETE   gw 5/2018 - Gebet, Bernau
     
     
    gw /    SEI DU UNSER SPIEGEL
 
 
 
 
 
 
   
  Die wir dich, das alles umfangende DU,
 
auf das wir unsere Herzen hingespannt finden,

´Gott´ nennen,  ja: ´Vater´...!
  / oder Jahwe oder Allah oder...
   
   
   
   






Wir finden uns in diesem Leben als Spiegelwesen,
sind aufeinander im Besonderen,
aber auch auf die Natur insgesamt
hingespannt...

... spiegeln einander, was unsere Herzen wärmend bewegt nicht minder,
 als was sie gefrierend verhärten kann ...



Ja, wir frieren, wo wir keine Brücken finden zu jenen,
mit denen wir nur zu gern so manche Bewegung teilen würden...
- uns in ihnen gespiegelt erfahren dürften...
- uns wie sie und die Welt, die uns umgibt,
an- und miteinander erwärmend ...


Wir hoffen auf Angebote, Einladungen,
ein einfach selbstverständliches Auf-Uns-Zugehen anderer,
wann und wo immer uns selbst das Brücken-Schlagen schwerfällt...

Und:  wir hoffen auf wechselseitiges Einander-Sein-Lassen,
wo unsere Wege vorderhand oder auf Dauer für Brückenschläge
zu verschieden sind...

 














-  Dann aber stoßen wir nicht selten
auf die angst-geleiteten Schlagbäume und Wächter derer,
die nun einmal just mit uns nichts teilen wollen...

-  weil wir so oder so
 
a n d e r s
 
sind
oder zu sein scheinen,
oder zu werden drohen
oder gar bleiben sollen,

als sie ...



Und dann spiegeln wir dieses Ab- und Ausgrenzungsverhalten wechselseitig:

- indem wir uns z.B. als ´Leistungsträger & Ordnungskräfte´ dominant zu zelebrieren wissen...

- oder indem wir umgekehrt als sogenannt ´sozial Schwache´ gegen die schmerzende Distanz einen Kult bedrohlichen Auftretens entwickeln,
um ´eigene´ Dominanzansprüche dagegenzusetzen ...


... und in  b e i d e n  Rollen tun wir da jeweils das Unsere
o h n e  jede  R ü c k s i c h t 
auf die auf der Gegenseite
möglichst wehrlos Gehaltenen...













Wenn wir dann zuweilen in einem unserer optischen Spiegel,
innerlich unsicher geworden, so auf uns selbst zu treffen meinen,
wie wir anderen erscheinen müssen, deren Unterwerfung zu zelebrieren, wir wieder und wieder angetreten sind...

... ertragen wir solche Spiegelungen selten ...


Wir spüren dann, wie wenig unser
in Gegenpositionierungen erschöpfend selbst eingehandeltes Spiegelbild
unser Innerstes spiegelnd zu erfassen vermag ...


Hier wurzeln mächtige Verzweiflungen, die sich immer nur punktuell überspielen lassen...




Selbst aber wo  n i e m a n d  auf unseren Wegen
uns Spiegel  d i e s e s  Innersten ist oder zu sein vermag...

stolpern wir gleichwohl zuweilen über das ein oder andere Zeichen,
die ein oder andere Geste,
noch so unscheinbar erscheinende Erlebnisse ...
 
die ahnen lassen,



dass











all unsere Spiegelungen


 - die sehenden wie die blinden -
- die erwärmenden wie die fühllos erfrieren machenden -
- die wechselseitig tragenden wie die erbarmungslos auf Auslöschung gerichteten -

ohne einen Spiegel, der alle bedingungslos umschlösse,


nichts als starre Gewalt-Spiralen erzeugten...




In solchen Momenten erfahren wir
,

dass unser aller Spiegelungen,



gerade wo wir uns hohlspiegelgleich verkrümmen
- Verbrennung ausstrahlend - ... :
   
   
   
   









... ein Kugelspiegelpendant  b r a u c h e n,
in dem wir selbst uns wie unser jeweiliges Gegenüber auch wieder zu dehnen und einander zuzuneigen vermögen
- Sein-Lassen ausstrahlend, Wohlgefallen vermittelnd - 




...um so

eigene wie in anderen entzündete Überhitzungen
in  G e g e n s c h w ü n g e n

- Atembewegungen ähnlich -

ins Wohltemperierte rhythmisieren zu lernen...


   
   
Nur so entstehen lebendige Kraftfelder unter uns,
in denen Getragen-Sein erfahrbar werden kann
und zwischen Nähe und Distanz einverstanden schwingende Dynamik...
   
   
   
   
   
   
   
 



 Die Kraft, an die wir,

 

wo wir solches zu erahnen beginnen,

 

 da rühren dürfen, nennen wir

-  weil in Unendliches weisend  -

 

göttlich, VÄTERLICH ...

   
   
   
   
   
-  Sie wird uns erfahrbar als das immer nur in Ansätzen fassbare,

 alles umfangende DU,

das wir in unseren Herzen atmen fühlen können  -  so,
 
dass wir in Zeit wie Ewigkeit

uns als Gewollte spüren dürfen,
als wieder und wieder Gefundene, ja, Geliebte... 

- ... ein DU, in dem wir uns und einander so vielfältig lesen lernen dürfen, wie in keinem Spiegel sonst...
   
   
   
   
SO SEI DENN GEPRIESEN,

du väterliches, allumschließendes DU:


für Dein staunenswert  h e i l e n d e s  Für-Uns-Da-Sein,

 in der Begegnung mit dem wir  s e h e n  zu lernen vermögen,


was wir sonst
 
nicht,
nur verzerrt,
angstvoll bis wuterstickt
oder auch euphorisierend zurechtgebogen

in unseren Blick zu nehmen pflegen...
   
   
   

 

HILF UNS,

in immer neuem Gerichtet-Sein auf Dich,

KRAFT & INSPIRATION zu finden dafür,

wie wir unsere je eigenen  E r b a r m u n g s l o s i g k e i t e n 

überwinden könnten... :



HILF UNS vor allem anderen da,
 wo wir alle einander mehr oder minder großes Elend bereiten:
 
die Abhilfe künftig zuvordert
bei den  e i g e n e n  Verirrungen anzusiedeln ...

-  kein Konflikt schließlich, in dem wir uns finden,
an dem nicht wir selbst, meist mehr noch das Wir, dem wir angehören, unaufhebbar mitursächlich

-  s p i e g e l b i l d l i c h  gleichsam -

beteiligt wären... !
   
   
   

HILF UNS,

in immer neuem Gerichtet-Sein auf Dich,

 KRAFT & INSPIRATION zu finden,

um der aktuell merkwürdig wahnhaften ´Pflicht´zum ´Anti´,

in die sich zunehmend alle gegenseitig ständig zu nehmen suchen,

.

endlich wieder zu entraten !


Jedes Anti evoziert doch das Gegen-Anti ...

 

-  a l l e  fühlen sich wechselseitig in ihrer jeweiligen Eigenart und Existenz bedroht - durch die ´Anti´s´,

die man ihnen so oder so entgegenschleudert ...

 
 
-  a l l e  fordern Riegel gegen das ´Anti´ der jeweils Anderen, 

schüren Angst vor dem nicht zu duldenden Einfluss des jeweiligen Gegenüber,
reihen in Äußerung & Gegenäußerung eine Verurteilung an die andere  -  die einen mehr verbal, die anderen via kulthaft zelebrierter Gewaltakte ... bis hin zum Krieg ...

-         und: 

HILF UNS  zu wissen :  wer sich in diesen oder jenen ´Anti-Kampf´ stürzt,
hat allzuoft sogar eine reichlich verschrägte Wahrnehmung seiner selbst wie derer,

-          gegen die er angehen zu müssen meint...



   
   
   
   



HILF, VATER,

einander als jenes vielschichtige und reich begabte Du

wiederzuentdecken,

 -  d a s  da oder da Bedränger  s e i n  m a g , aber nicht einfach vernichtingswürdiger´Feind´,
-  Infragesteller, aber nicht abzuwertender und ruhigzustellender Negierer,
-  einer  - mit blutigen Schienbeinen ob der Zulassungsschranken, auf die er stößt - , der einfach einen Lebensraum für sich suchen und ausbauen will  -  wie  a l l e, aber nicht von vorn herein eine Gefahrenquelle,
-  oder umgekehrt ein Verteidiger von Besitzständen, dessen Vorrang man nicht aufs Korn zu nehmen wagt
-  da wäre ja die Sündenbocks-Alternative... , aber kein rundum Erbarmungsloser
 ...

... in der Wahl seiner Mittel verstörenderweise nicht selten zu verzweifelten Fehlgriffen neigend...,
sich aber durch kein ´Anti´ als zurückdrängbar erweisend ...


Denn  a l l e s  L e b e n  will  ´s e in´,

im Leben der anderen ´vorkommen dürfen´ 
-

---  aber eben selbstredend vor allem nicht in Form einer gerade mal geduldeten Underdog-Existenz...
   
   
LASS UNS DIE QUAL  h i n t e r 

JEDER UNTAT SPÜREN,

DEN SPIEGEL,

DEN UNTATEN  U N S  ALLEN VORHALTEN ...

- aber: meist nicht einmal entfernt ihren Opfern (!), zuweilen freilich selbstredend auch ihnen -




...
UND LASS UNS AUF ABHILFE SINNEN

nicht zuletzt auch für diese Qualen,

damit Untat ´X´ nicht mehr zu sein  b r a u c h t  ...




HILF UNS, einfach wieder & wieder

vorwurfsfrei, aber denkbar kritisch,

d i e  L e b e n s r e c h t e  von uns  a l l e n,

- dort, wo wir zu Tätern wie da, wo wir zu Opfern werden -

so zu  d u r c h l e u c h t e n,

dass allen wieder & wieder  n e u  klarzuwerden vermag,

w o r i n  diese  L e b e n s r e c h t e  bestünden,

würden wir einander ein wechselseitiges Wahr-genommen-Werden
nicht so vorenthalten,
wie wir es unaufhebbar ja tun,
wo immer in unseren Handlungsfeldern Untaten auftauchen ...


und:  konzentrierten wir uns endlich allein auf das, 

w a s  w i r  anderen dabei vorenthalten   - 

...  - 
´GEHEN WIR DANN HIN UND SÜNDIGEN FORTAN NICHT MEHR´ !
   
   
   
HILF UNS zu fortschreitendem Verzicht auf ständige oder neu zu erobernde Vorteilsnahme,

denn wir  a l l e  sind in Dir Gewollte, wieder und wieder Gefundene  - 

und so wollen wir auch aufeinander zu antworten lernen...
 
 
 
... GEISTDURCHWEHT

- in immer neuem Schauen auf Dich, wie wir Dich in Gestalt und Leben Jesu erfahren dürfen ...



AMEN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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